Eine Würdigung von Gregor Mendels Leben und ein
Blick auf die Zukunft der Genetik
Der Abt der Abtei zu St.
Thomas und die Vereinigung zur Förderung der Genomforschung/Wien luden am
Freitag zu einem Treffen im tschechischen Brünn, bei dem der Grundstein für ein
großangelegtes Ausstellungsprojekt über Gregor Mendel, dem Begründer der
Genetik, gelegt wurde.
Brünn, 25. Jänner 2002. Der Name Gregor Mendel ist jedem ein Begriff. Seine
Experimente mit Erbsen zur Begründung der Vererbungslehre sind uns noch aus dem
Biologieunterricht geläufig. Trotzdem ist die eigentliche Bedeutung Gregor Mendels
bis heute dem breiten Publikum weitgehend unbekannt
geblieben. Kaum jemand weiß, dass Mendel mit Fug und Recht als der
eigentliche Begründer der heute als Genetik bekannten Wissenschaft gilt.
Ein internationales Team
hat es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, das Leben und Werk von Gregor Mendel der
breiten Öffentlichkeit adäquat vorzustellen: Die Stätte von Mendels Wirken, die
Abtei St. Thomas in Brünn, wird Schauplatz einer Ausstellung mit dem Titel ÑThe
Genius of Genetics“ sein, die im Mai 2002 eröffnet und bis Mai 2003 laufen
wird. Der Auftakt für die internationale Ausstellung fand am Freitag statt, als
sich Vertreter der tschechischen Universitäten, Politiker und
Wirtschaftstreibende des Landes, Wissenschafter und Künstler auf Einladung des
Abtes von St. Thomas, Lukás Evzen Martinec, und des Vereines zur Förderung der
Genomforschung, in der Abtei St. Thomas zum Meinungsaustausch trafen.
Abt
Martinec gilt als Initiator der geplanten Ausstellung ÑThe Genius of Genetics“.
Für ihn ist die Person Gregor Mendel ein gelungenes Beispiel für die
gleichberechtigte Existenz von Glaube und Wissenschaft: ÑGregor Mendel ist der,
der den unwahren Mythos, mit dem wir lange gefüttert wurden, dass Glauben und
Wissenschaft im Widerspruch zueinander stehen, umgestoßen hat. Er bewies im
Gegenteil, dass Erkenntnis und Glaube Hand in Hand miteinander gehen und
zueinander gehören können“, sagte Martinec im Rahmen der Veranstaltung.
Kim Nasmyth, Leiter des
Forschungsinstitutes für Molekulare Pathologie in Wien, der gemeinsam mit der
Wiener Vereinigung zur Förderung der Genomforschung das gesamte Projekt koordiniert,
wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Genetik heute als eine der
Schlüsselwissenschaften des 21. Jahrhunderts gilt: ÑUm die Genetik, wie sie sich heute
darstellt, zu verstehen, muss man sich den Anfang der Genforschung ansehen und
begreifen, was ein Wissenschafter wie Gregor Mendel in Gang gebracht hat,“
sagte Nasmyth am Freitag in Brünn.
Ein
international renommiertes Kuratorenteam wurden eingeladen,
die Ausstellung zu realisieren. Mit Martin Kemp, Professor für Kunstgeschichte
an der Universität Oxford/Großbritannien und Martina Wallace, Lektorin am
Central St. Martin`s College für Kunst und Design, London/Großbritannien fand man zwei britische Spezialisten, die
mit Ihrem Unternehmen ÑArtakt“ Projekte an der Schnittlinie Kunst und
Wissenschaft zu verwirklichen suchen. Sie erarbeiteten ein spannendes Konzept,
das für Brünn eine Gegenüberstellung von historischen Originalen, die erstmals
der Öffentlichkeit präsentiert werden und Werken zeitgenössischer Kunst, die
für die Ausstellung entwickelt werden, vorsieht.
ÑEs scheint keinen
geeigneteren Zeitpunkt zu geben, um die Arbeit und die Vision Mendels zu
würdigen, wo doch heute die Genforschung zum integrierten Bestandteil unseres
Lebens und unserer Zukunft geworden ist“, zeigt sich Martin Kemp von der
Aktualität des Themas überzeugt.
Um das Leben von Gregor
Mendel und die Ursprünge der Genetik adäquat nachzeichnen zu können,
kooperieren die Ausstellungsmacher auch mit dem Mendelianum, einem Teil des
mährischen Landsmuseums in Brünn. Viele Gegenstände aus dem Besitz Mendels
werden bei der Ausstellung zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgeführt werden.
Die geplanten Aktivitäten
sollen nicht nur der Abtei zu St. Thomas zugute kommen. Der Rektor der Masaryk
Universität, Prof. RNDr. Jiří
Zlatuöka, ist davon überzeugt, dass Brünn insgesamt von den
geplanten Projekten profitieren wird:
ÑWissenschaftliche Erkenntnis kennt keine nationalen Grenzen. Die Vielfalt der
Impulse und Unterschiedlichkeit der Umgebung sind ein nahrhafter Boden für die
Entstehung neuer Gedanken. Es ist daher besonders erfreulich, dass die
Vorbereitung der Ausstellung und weiterer, daran anschließender Aktivitäten,
das Werk einer internationalen Gesellschaft von Freunden von Mendels Werk ist
und, dass hier die Verbindungen zwischen Brünn und Wien besonders gut
funktionieren.“
İAuch Kim Nasmyth hält ein
weitergehendes Engagement der Stadt Brünn und des Landes Tschechiens für
sinnvoll und notwendig: ÑDie Stadt Brünn hat allen Grund, stolz auf dieses
Projekt zu sein. Für die Zukunft hoffen wir, dass unsere Aktivitäten nicht nur
Wissenschafter anziehen werden, sondern auch für eine wirtschaftliche Belebung
der Region sorgen können.“
Wiederbelebung des Mendel-Gartens
Auch die
Wiederherstellung des Klostergartens von Gregor Mendel, der einen Höhepunkt der
Ausstellung bildet, ist ein Beweis für eine gelungene internationale
Kooperation.
Der Rektor der Mendel
Universität für Land- und Forstwirtschaft, Prof.Ing. Stanilav Procházka,İ ist stolz, bei diesem Projekt mitzuarbeiten:
ÑDie Mendel Universität für Land- und Forstwirtschaft in Brünn ist bereit, sich
mit ihrem fachlichem Potential am Aufbau des Gartens des Museums für Genetik zu
beteiligen.“
Ausstellung als Initialzündung
Die Schau ÑThe Genius of
Genetics“ soll nicht das einzige Projekt bleiben, das in und um die Abtei St.
Thomas in Brünn initiiert wird. Noch heuer soll neben der Ausstellung eine
internationale Konferenz zum Thema Genomforschung stattfinden. ÑFür die Abtei
in Brünn existieren langfristige Pläne“, sagt Kim Nasmyth. ÑWir planen nach der
Ausstellung im Kloster ein permanentes Museum für Genetik und ein
Konferenzzentrum einzurichten“. Wie Nasmyth bei der Veranstaltung am Freitag
weiter ausführte, soll Ñdie Abtei St. Thomas in Brünn ebenso zu einer
Pilgerstätte internationaler Wissenschafter werden, wie es Downe House, die
Wirkungsstätte Charles Darwins oder das Institute Pasteur in Paris bereits
heute sind.“
Um die Ausstellung
verwirklichen zu können, sind Sponsorgelder in Höhe von
€
1.000.000,00 notwendig.
Das
Ausstellungsteam dankt der Firma Boehringer Ingelheim Austria für die
großzügige Unterstützung der Ausstellung.
Für
weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Bärbel Holaus İİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİ oderİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİ Sabine Fisch
B&K
Kommunikation
Porzellangasse
35
1090
Wien
Tel: 01/319 43 78 14İİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİ Tel: 01/319
43 78 15
Fax: 01/319 43 78 20İİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİ Fax:
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holaus@bkkommunikation.atİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİİ İİİ fisch@bkkommunikation.atİİİİİİİ