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1- 2- The typical marking of the cow herd of Farmer Jenni in Schönthal in Switzerland
(Die typische Scheckung der Kuhherde des Bauern Jenni im Schöntal in der Schweiz. Photos und Composite Photography) (1994-2002)
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Gerhard Lang
The typical marking of the cow herd of Farmer Jenni in Schönthal in Switzerland
(Die typische Scheckung der Kuhherde des Bauern Jenni im Schöntal in der Schweiz. Photos und Composite Photography) (1994-2002)
 "The typical marking of the cow herd in Schönthal in Switzerland or the current state of crime registration of cows at pasture based on the cow herd of farmer Jenni": mit diesem Werk bringt Gerhard Lang ein humoristisches Element in eine ernsthafte Angelegenheit der Natur - Tiere und Menschen tragen auf ihrer Haut Zeichen ihrer genetischen Ausstattung.
Im Vergleich regelmäßiger und unregelmäßiger Fellzeichnungen (Zebras, Tiger / Kühe, Hunde) beschäftigt sich Lang mit Zufallsmustern und deren visuellen Funktionen. Als Künstler stellt er die Frage nach Sichtbarkeit und Identifizierung, die auf mentalen und optischen Wahrnehmungen und Einteilungen beruhen. Die Prädispositionen eines Beobachters natürlicher Phänomene werden ebenso wie das Phänomen selbst in Frage gestellt. Wissenschaft wird von Wissenschaftlern beschrieben, die selbst biologisch und kulturell geprägte Geschöpfe sind. Daher bezeichnet Gerhard Lang unsere Kategorisierung der Zeichnungsmuster als ein "visuelles Konzept" und stellt argwöhnisch das offenbar willkürliche Muster in Frage.
 Die von der Natur produzierten Muster unterscheiden sich von den vom Künstler entworfenen Bildern. "Die in unserem Kopf ausgearbeitete Zeichnung ist ein Produkt unserer Gedanken, die nicht notwendigerweise die Natur der Kuh widerspiegeln müssen."
Die künstlerische Untersuchung enthält eine "Vor-Ort-Inspektion" des natürlichen Phänomens mit Mitteln, die der Wissenschaft, in diesem Fall der Kriminologie, entlehnt wurden (Schließlich werden DNA-Tests auch auf diesem Gebiet durchgeführt). Ähnlich wie bei Mendel ist Langs Faszination von Methoden der systematischen Aufzeichnungen eng verknüpft mit einer fast zwanghaften Hinwendung zu meteorologischen Phänomenen wie z.B. der Wolkenbildung.

Die visuelle Dokumentation der Fellzeichnung von Kühen wird mit dem objektivsten der grafisch-mechanischen Werkzeuge, der Fotografie, bewerkstelligt. 1994 schuf Lang eine Serie von Fotografien, welche die linke bzw. rechte Seite der Kühe dokumentieren und stellte zusammengesetzte Bilder der "typischen Befleckung der rechten Seite" sowie der "typischen Befleckung der linken Seite" der Kühe im Schöntal in der Schweiz her.
Die Methode der "Composite Photography" wurde von Charles Darwins Cousin Francis Galton (1822-1911) entwickelt, dem systematischen Klassifizierer menschlicher und natürlicher Daten, wie z.B. Erbmerkmalen, von dem überraschenderweise auch eine Verbindung zu Mendel hergestellt werden kann. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Galton offenbar mit Mendels Werk vertraut (in einigen unpublizierte Notizen zu Vererbungsstudien; heute in der Bibliothek für alte Schriften im University College London, UCL, zu finden) und versuchte, eine Erklärung für den Mendelismus zu finden. In mehreren Briefen an Charles Darwin (1875-76) bat Galton diesen, für ihn Erbsen zu züchten, um Mendels Experimente zu bestätigen. Im Mittelpunkt des Briefwechsels steht Darwins Pangenesis Theorie, der Galton äußerst kritisch gegenüber stand. Galton war es, der Darwin empfahl, W.O. Focke zu lesen, der über Vererbung geschrieben und auch Mendel zitiert hatte.
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1- Map of cow markings (Karte der Kuhscheckungen) , 2001
2- Atlas of Cows (Atlas der Kühe), 2001
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Matilda Downs
Map of cow markings (Karte der Kuhscheckungen) (2001)
Atlas of Cows (Atlas der Kühe) (2001)
 Im Mittelpunkt des Interesses dieser Künstlerin stehen Codes, Systeme und Muster, welche, wie sie glaubt, tiefer liegende Verbindungen zwischen anscheinend nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Dingen repräsentieren. Auf der Suche nach universellen Gesetzen, Codes und Gleichungen arrangiert und farbcodiert sie ihr Material, bis sie auf natürliche Weise entstehende Muster erkennen kann.
Beim Beobachten des Vogelflugs erkannte sie, dass die Koordinaten von Kranichen im Formationsflug mit Hilfe eines eines x-y Achsensystems auf einfache Formeln reduziert werden können, und dass aufschlussreiche Vergleiche zwischen den Formationen verschiedener Vogelarten gezogen werden können
 Ihre Fotografien einer Herde friesischer Kühe wurden mit der Absicht hergestellt, die Rückenmuster der Tiere zu erfassen und zu studieren. Das Auge der Künstlerin war überrascht von der Ähnlichkeit zwischen den Fellmustern der Friesischen Kühe und grafischen Darstellungen in Landkarten und Atlanten. Ihre letzte Arbeit nützt ihre visuelle Intuition durch Kombination dieser Muster.
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Die Mathematik der Vererbung |
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CORNELIA HESSE-HONEGGER [bio]
1- Drosophila melanogaster ey-IIID, 1986
2- Drosophila melanogaster ey. opt, 1986
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Cornelia Hesse-Honegger
Drosophila melanogaster eye - II D (1986)
Drosophila melanogaster ey. opt (1986-87)
Drosophila melanogaster ey. opt (1987)
 Wissenschafter beschäftigen sich im Allgemeinen damit, zu beobachten und zu beschreiben, was gemeinhin nicht sofort zugänglich bzw. nicht unmittelbar sichtbar ist. Dafür benutzen sie spezielle Werkzeuge und Methoden. Künstler, die ähnliche Werkzeuge verwenden, betreten Neuland.
Cornelia Hesse-Honneger wurde als zoologische Illustratorin in Zürich ausgebildet und begann ihre Karriere mit wissenschaftlichen Publikationen über Taxonomie. Mehr und mehr interessierte sie sich für die Taufliege Drosophila und begann diese zu Hause zu züchten, sie zu beobachten und zu zeichnen, um die Variationen und Mutationen festzuhalten.
 Optisch eingestimmt durch ihre äußerst gewissenhaft erstellten Abbildungen der schönen, gemusterten Insektenmorphologie nützte sie ihre Beobachtungsgabe und Darstellungskunst, um unsere Augen auf die von ihr entdeckte Variation in der Miniaturwelt zu lenken. Einige der neuartigen Formen schienen auf strahleninduzierten genetischen Veränderungen zu basieren. Hesse-Honneggers Werk beschäftigt sich mit schwer zu behandelnden ethischen Fragen im Kontext von Wissenschaft und humanen Bestrebungen.
Ihre sorgfältigen und formvollendeten Aquarelle zeugen von ihrem künstlerischen Engagement, einerseits mit Wissenschaftern zusammen zu arbeiten, andererseits wissenschaftliches Verständnis in Zusammenhang mit technischem und sozialem Erkenntnisgewinn zu hinterfragen.
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1- Ilex canariensis (1994)
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herman de vries
Ilex canariensis (1994)
Die Geschichte der Naturgeschichte dreht sich um Akte der Benennung und Klassifikation. Dies war ganz augenscheinlich in der Ära von Linnaeus und Darwin bis zu Mendel der Fall, in welcher das Artkonzept ein zentrales Element bildete. Benennung und Taxonomie sind Werkzeuge, angepasst an die Erfordernisse des Benützers, die fähig sind, unser Verständnis kreativ umzuformen.
 Der niederländische Künstler, Philosoph und Dichter herman de vries, ist ein Sammler natürlicher Dinge - Dinge einer Sorte. Aber seine "Sorten" stehen in einer komplexen und oft herausfordernden Beziehung zu den standardisierten taxonomischen Kategorien der Herbare und Baumgärten, in welchen er gearbeitet hat.
de vries besitzt eine Sammlung von mehr als 2.400 Erdproben, darunter nicht weniger als 300 von Gröningen in Holland und 350 von der vulkanischen Insel Gomera (Kanarische Inseln). Die Proben sind nach Kriterien der Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit angeordnet, aber nicht nach starren Kategorien. Die sichtbaren Unterschiede, welche die Basis so vieler unterschiedlicher Lebensformen bilden, sprechen durch das Einbegriffensein der vielfältigen Variationen in den Lebensformen selbst, von der wundervollen Abstimmung der Pflanzenphysiologien bis zu den winzigen Variationen in der Zusammensetzung der Böden.
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1- On Closer inspection (Aus der Nähe betrachtet), 2001
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Rob Kesseler
On closer Inspection (Aus der Nähe betrachtet)(2000)
Mitosis (Mitose) (2002)
"On closer Inspection" bietet die Möglichkeit, Leistungen der Vergangenheit aus der Sicht der Gegenwart zu beobachten. Anschließend an die Tradition der Verwendung botanischer Darstellungen als Quelle für dekorative Elemente der Porzellanmalerei produzierte der Künstler elektronenmikroskopisch vergrößerte Bilder von Pollenkörnern. Die Bilder wurden verwendet, um eine Serie von Golddrucken herzustellen, die auch auf ein Set von Porzellantellern aufgetragen wurden. Durch jede Platte wurde ein Loch gebohrt und darin eine Vergrößerungslinse eingebaut. Die Platten sind vor teilweise verdunkelten Objekten mit Bezug zur Geschichte der Botanik aufgestellt. Jede Linse wird so zu einem belebten Bildschirm, welcher die Aufmerksamkeit der Zuschauer in aufreizender Weise anzieht und ein vergrößertes Teilstück des Objekts dahinter hervorhebt, während der Rest verborgen bleibt.
"Mitosis" umfasst eine Gruppe von Glasbläserformen inspiriert durch den Blick auf Bilder von Pflanzenzellen im Stadium der Zellteilung. Eine Serie von Kugeln wurde geblasen und sukzessive im geschmolzenen Zustand gedehnt, bis neue Formen entstanden. Die Absicht des Künstlers ist hier nicht die Darstellung eines wissenschaftlichen Modells, sondern der künstlerische Ausdruck eines entscheidenden Moments der Schöpfung, eingefroren in der Zeit und festgehalten in der Flüssigkeit des gekühlten Glases.
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Das Rätsel der Fortpflanzung und der Aufstieg der Zelltheorie |
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1- Vessel 1-6 (Gefäß 1-6) , ilfochrome transparencies, light boxes, 2001
2- Pollen Store (Pollenkammer), ilfochrome photgraphs, 1994
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Susan Derges
Pollen Store (Pollenkammer) (1994)
Vessel 1-6 (Gefäß 1-6) (2001)
 Der Zugang der Künstlerin zur Natur ist gekennzeichnet durch ihre Langzeitbeobachtungen und systematische visuelle Repräsentationen stets veränderlicher natürlicher Phänomene. Das Werk von Derges repräsentiert den gegenwärtigen Prozess der Veränderung. Es ist nicht beabsichtigt, wissenschaftliche Beweise zu liefern, sondern interne Parallelen zu finden. Der Prozess an sich, durch die Künstlerin geduldig und gewissenhaft beobachtet, erlangt eine Bedeutung in sich selbst als eine Metapher des Schöpfungsaktes. Subjektive and objektive Sichtweisen befruchten sich wechselseitig in Derges Bezügen zu den Welten der Natur und der Wissenschaft. Sie selbst hat im geheimnisvollen Reich der Natur experimentiert, indem sie intensiv Phänomene wie Pulver auf vibrierenden Tellern, Bögen von Wassertropfen und Strömungen in Flussbetten erforschte. Eine Zeit lang hielt sie auch Bienen und beobachtete ihre emsigen und komplizierten Verhaltensweisen. Sie zog Parallelen zwischen dem Lebens- und Arbeitszyklus der Insekten und dem eines Fotografen. Beide arbeiten im Dunkeln, sammeln und lagern systematisch Elemente der Außenwelt und verarbeiten und präsentieren diese wieder in neuen und faszinierenden Kombinationen. "Pollen Store" entstand während ihrer Zeit als Bienenhalterin im Zuge einer zweijährigen Periode regelmäßiger Beobachtungen. Die jahreszeitlichen Veränderungen wurden sowohl von der Künstlerin als auch von den Bienen registriert, einerseits in ihrer Dunkelkammer, anderseits im Pollenspeicher. Beim Öffnen enthüllten die Zellen der Bienenstöcke farbige und abstrakte Repräsentationen der verschiedenen Materialien, die während der Jahreszeiten gespeichert wurden: Lavendel, Erika, Efeu und Krokus, verewigt in den sechseckigen Pollenkammern. Das Werk ist als Gitter aus 30 Drucken dargestellt, welche die verschiedenen Abschnitte des Bienenstockes widerspiegeln.
 Als "artist-in-residence" am Museum der Wissenschaftsgeschichte in Oxford, entwickelte Derges Interesse an der Geschichte der Alchemie und den frühen Naturwissenschaften. Die zufällige Entdeckung von altertümlichen, für alchemistische Zwecke verwendeten Gefäßen im Keller des Museums inspirierten sie zu dem Werk " Vessel". Wieder standen Vorgänge und Transformationen im Mittelpunkt ihrer Erkundungen.
Als Parallele zu Berichten über Destillationsprozesse und das Kreisen der Elemente fertigte sie eine Serie von Bildern über die Entwicklung von Froschlaich zu Kaulquappen und schließlich zu Fröschen an. Sie fotografierte die wichtigsten Stadien der Umwandlung: die Eier, die halbmondförmigen Embryonen, die kleinen, am Boden des Gefäßes schwimmenden Kaulquappen, die größeren Kaulquappen, die im Zentrum des Behälters herumwirbeln, die sich frei im Wasser bewegenden Kaulquappen mit Beinen und Schwanz und letztendlich die Frösche, die sich zum Rand des Gefäßes begeben - ein aufregendes Bild, das den Zyklus beschließt.
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Mendels Experimente und Mendels Regeln |
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1- A Treasury of Human Inheritance, Huntington disease, Entres Case (Ein Schatz der menschlichen Vererbung, Der Fall Entres), 2001
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Christine Borland
A Treasure of Human Inheritance, Entres case (Ein Schatz der menschlichen Vererbung, Der Fall Entres) (2001)
 Die Arbeit der Künstlerin entwickelte sich aus einem Interesse an Familienstammbäumen als Ausgangspunkt für die medizinische Erforschung von Erbkrankheiten. Borland bezieht sich besonders auf Fälle, die in einer vom "Galton Institut für Eugenik" in den 30er Jahren herausgegebenen Bandserie mit dem Titel "Ein Schatz der menschlichen Vererbung" dargestellt sind. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Fallstudien und Stammbäumen erblicher Krankheitsbilder, darunter Zwergwuchs, Farbblindheit, Albinismus und, am häufigsten, Erkrankungen der Muskulatur und des Nervensystems (Myotonische Dystrophie, Muskuläre Dystrophie und Chorea Huntigton).
Die Untersuchungen speziell ausgewählter Familien wurden hauptsächlich von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in das frühe 20. Jahrhundert durchgeführt. Die Künstlerin übertrug aufeinanderfolgende Generationen in eine besondere dreidimensionale Konfiguration, in der jede Person durch einen Abschnitt eines Achatsteins repräsentiert ist. Trotz der Gruppeneinteilung nach Größe und Farbe ist jeder Achat einzigartig bezüglich der Anordnung der Kristalle und Ringe. Die unterschiedlich gefärbten Achate stehen für verschiedene Symptome der jeweiligen Krankheit, in diesem Fall Chorea Huntington - eine erbliche, degenerative Erkrankung, die sich auf Bewegung, Koordinationsvermögen und Gehirnfunktion auswirkt. Der hier gezeigte Stammbaum umfasst fünf Generationen der Familie Entres. Die ursprünglichen Fallstudien, welche den "Schlüssel" liefern, sind auf der gegenüberliegenden Wand ausgestellt.
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